Paul Horn Halle bekommt ihr Gesicht

Bau der neuen Halle 10 der Messe Stuttgart liegt im Zeitplan / Fertigstellung der Gebäudehülle für den Herbst 2016 geplant

Trotz eher unschöner Wetterbedingungen im Frühjahr dieses Jahres - es war für die Jahreszeit zu nass und zu kalt - kommt der Bau der Paul Horn Halle, der Halle 10 auf dem Gelände der Messe Stuttgart, zügig voran. Mit der zusätzlichen Halle komplettiert die Messe Stuttgart den Ursprungsentwurf der Planungsgemeinschaft Bau Neue Messe, bestehend aus der wulf architekten gmbh aus Stuttgart sowie der Adler und Ohlesch Landschaftsarchitekten GmbH aus Nürnberg. Dieser sah von Anfang an ein Ensemble von zehn Messehallen vor.

Die Gesamtausstellungsfläche der Messe Stuttgart wird sich nach Fertigstellung von bisher 105.200 auf 120.000 Quadratmeter (das entspricht etwa 17 Fussballfeldern) erhöhen. Der Neubau entsteht auf eigenem Gelände. Das Baufeld wurde in der Vergangenheit als Parkplatz genutzt, war jedoch von Anfang an für diese Erweiterung vorgesehen. In diesem Zuge wird auch der Eingang West vergrößert, mit zusätzlichen Tagungsräumen ausgestattet und erfährt so eine Aufwertung.

Die Paul Horn Halle unterscheidet sich vom bisherigen Hallenensemble durch eine Holzbauweise, die ihr einen eigenen Charakter verleiht. Dazu Kai Bierich, verantwortlicher Architekt bei der wulf architekten gmbh: „Es ist befriedigend, wenn man etwas Begonnenes fertig bauen darf. Die Architektur der Paul Horn Halle ist eigenständig und zeigt dennoch die gleichen Prinzipien wie ihre Vorgängerbauten, etwa die konstruktive Logik, die Ablesbarkeit der Kräfte, das große Dach und auch die besondere Materialität. Vieles findet sich beim Neubau wieder und tritt in einen spannenden Dialog mit bereits Vorhandenem.“

Derzeit werden die Holzträger gesetzt, parallel laufen Stahl- und Betonbauarbeiten. Für das Fundament wurden insgesamt rund 50.000 Kubikmeter Erdaushub bewegt. Der umbaute Raum beträgt 290.000 Kubikmeter. Verbaut wurden bisher rund 1.700 Tonnen Stahl und 20.000 Kubikmeter Beton. Der Bau der Halle läuft innerhalb des vorgesehenen Zeitplans. Die Untergeschosse sind hergestellt und die Arbeitsräume verfüllt. Langsam wachsen die oberirdischen Geschosse. Die Stahlkonstruktion der Halle, inklusive der Brettschichtholzbinder, ist bereits zu zwei Dritteln erfolgt. Jetzt werden die Anlieferungshöfe hergestellt.

Für Ulrich Kromer von Baerle, Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung der Messe Stuttgart, kommt die Erweiterung früher als erwartet, ist gleichwohl aber dringend notwendig: „Wir konnten bereits im Jahr 2008, ein Jahr nach dem Umzug auf das neue Messegelände, den eigentlich erst für 2015 angepeilten Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro einstellen. Unsere Attraktivität als Messeplatz hat in kurzer Zeit enorm zugenommen. Der in diesem Zuge stetig wachsenden Nachfrage nach mehr Fläche konnten wir ohne eine Erweiterung der Hallenkapazitäten nicht entsprechen. Diese Nachfrage kam zum einen von unseren bestehenden, sehr erfolgreichen Eigenmessen, wie beispielsweise der AMB, der Intergastra und der R+T, die weiter expandieren wollen. Sie kam aber auch aus dem Bereich Gastveranstaltungen, wo wir aufgrund von Kapazitätsengpässen viele Neuveranstaltungen ablehnen mussten. Mit dem organischen Wachstum von innen heraus, plus zusätzlichen Veranstaltungen, die sich in Stuttgart etablieren werden, wird sich auch unser Umsatz weiter nach oben bewegen. Die Vermietung der Paul Horn Halle ist bereits in vollem Gange.“

Trotz der laufenden Bauarbeiten finden auf dem gesamten Messegelände Veranstaltungen ohne Einschränkungen statt. Im Eingang West wurde ein Interimszugang geschaffen, der den neu entstehenden Eingangsbereich bis dahin ersetzt. Die Bus- und Taxihaltestellen am Eingang West werden auch während der Bauarbeiten angefahren. Die Einweihung der Paul Horn Halle soll Anfang 2018 erfolgen.

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